Entwicklung des Webcasting

StreamingMedia / Webcasting – wie? was? wozu?

Was ist StreamingMedia?

StreamingMedia oder Webcasting ist ein Verfahren, um Audio-, Video- und andere Multimedia-Inhalte in Echtzeit, also ohne Herunterladen und Wartezeiten, über das Internet oder ein Intranet verfügbar zu machen.

Ein Webcasting-System besteht aus folgenden Elementen:

Welche Technologien gibt es?

Die bekanntesten StreamingMedia-Techniken Anfang dieses Jahrtausends waren die Real-Technolgie (damals Marktführer) sowie WindowsMedia von Microsoft. Der v.a. durch die Möglichkeit der platzsparenden Speicherung von Musikstücken bekannt gewordene MP3-Standard kann mit Zusatzmodulen, z.B. Shoutcast, auch für Streaming eingesetzt werden.

Heutzutage ist die Flash-Technologie von Adobe wohl am weitesten verbreitet.

Was kann man mit StreamingMedia alles machen?

Die bekannteste Anwendung für StreamingMedia ist sicherlich das Radiohören übers Internet.

Die Radiosender bieten hier meist zusätzliche Leistungen an, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren, etwa das Nachhören von Nachrichten und anderen Beiträgen nach der Live-Ausstrahlung.

Neben diesen Möglichkeiten aus dem Medienbereich gibt es viele weitere Anwendungen:

Branche / Gebiet

Anwendung

Verfahren

Radiosender

Internet-Aussendung des Programms

livestream

Inhalte zum „Nachhören“

on-demand

Unternehmen

internes Mitarbeiter-Radio im Intranet, Übertragung von Pressekonferenzen, Hauptversammlung, Produktvorstellungen...

livestream

Schulungen, Mitarbeiter-Informationen „Fernsehen im Netz“

on-demand

Marketing: Präsentationen, Demo-Videos

Multimedia-Bedienungs- und Reparaturanleitungen, Fernlehrgänge

on-demand

Betreiber von Web-Seiten

Präsentationen jeglicher Art

on-demand

Privatanwender

eigenes Radioprogramm

livestream

Veranstalter (Kultur, Sport, Messen ...)

Übertragung von Veranstaltungen jeglicher Art

livestream

Schulen

Multimedia-Unterricht

livestream

on-demand

Radiohören übers Internet gestern und heute

Als 1996 der Nachrichtensender B5 aktuell als erster deutsche Radiostation begann, sein Programm „live“ im Internet zu senden, dachte noch niemand, dass es zu einer derartigen Entwicklung dieses Angebotes kommen würde.

Mit immer besser werdender Qualität, sowohl in der Übertragung als auch bei der Wiedergabe, ist das Radiohören via Internet fast schon eine Alternative zum traditionellen UKW-Rundfunk.

Zwei große Nachteile schränkten in den Anfangsjahren den Einsatz des Internet als Alternative zum herkömmlichen Radio ein: die hohe Netzbelastung bzw. die zu geringen Bandbreiten, die zu einer Unterbrechung der Wiedergabe führten sowie die hohen zeit- oder volumenabhängigen Kosten für die Verbindung zum Internet, v.a. für Privatkunden.

In Unternehmen, die über eine dauerhafte und leistungsfähige Verbindung zum Internet verfügen, war es damals durchaus schon üblich, dass Mitarbeiter ihren Lieblingssender während der Arbeit nicht mehr am Radiogerät, sondern über den Computer hören. Heutzutage dreht sich das Blatt teilweise wieder: Streamingdienste werden in Unternehmen oft durch Firewalls / Sicherheitsbestimmungen geblockt.

Damals waren Plattformen wie YouTube oder Social Media Dienste noch nicht geboren.

Heute ist es nahezu selbstverständlich, dass ein Radiosender auch als livestream über das Internet zu empfangen ist - sowohl am stationären PC als auch als "App" auf mobilen Endgeräten. Dockingstationen machen iPod & Co. zur vollwertigen Stereoanlage und über WLAN-Geräte wie die Fritz!-Produkte lassen sich Internet-Streams zu UKW-Mini-Sendern verwandeln.

Über Plattformen wie Live365, Ustream oder andere Dienste kann jeder seine eigene Radiostation eröffnen, ohne aufwändigem Aufbau einer eigenen Infrastruktur.

Das Märchen vom weltweiten Empfang

Immer noch wird mit der großen Freiheit, die das Internet bietet, geworben. Man könne über das Internet Radiosender aus aller Welt empfangen. Leider ist es nicht immer so.

Gerade Radiosender aus USA können in Europa oft nicht per Internet empfangen werden, weil der Empfang über Lokalisierung von IP-Adressen gesperrt ist. Grund sind Lizenzrechte der Musikindustrie.

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